Gitarre, seit 01.01.85 bei SOATEBA
Homepage: http://www.schaedla.org/
Mail: Ulf.Schaedla@soateba.de
Ulf wurde erst auf Umwegen Musiker bei SOATEBA. Im Alter von 8 Jahren lernte er das, was die meisten Kinder wohl lernen mußten: Blockflöte. Eigentlich wollte er eine Gitarre haben, aber die Eltern waren der Meinung, es wäre besser, erst einmal Flöte zu lernen. Für den Fall eines Fehlschlages war das auch die eindeutig billigere Lösung. Also lernte er bis zu seinem 11 Lebensjahr C-Flöte, erst in der Grundschule, später beim Organisten der Ellerauer Kirchengemeinde.
1975 gab es im Dritten Programm die Gitarrenschule "Akkord und Rythmus" von dem Engländer John Pears. Da kam der Wunsch nach der Gitarre wieder in ihm hoch. Also gingen die Eltern mit ihm zu Steinway & Sons in Hamburg und kauften zu seinem 12. Geburtstag die erste Gitarre.
Es war eine Konzertgitarre von Yamaha für 250 Mark. Viel Geld für die damaligen Verhältnisse. Sie hat ihn bis heute durch sein Leben begleitet. Die Abende im Zeltlager Wittenborn waren ohne Ulf und seine Gitarre undenkbar.
Aber vor dem Preis kommt bekanntlich der Fleiß. Ulf fand schnell heraus, daß es doch nicht so einfach war und der G-Dur-Akkord wollte und wollte nicht klappen. Seine Hände waren irgendwie noch zu klein für die Gitarre. Also landete sie nach kurzer Zeit in der Ecke. Sehr zur Begeisterung der Eltern, die es aber mit Fassung trugen. Nach einem Jahr fing er aber doch wieder an und plötzlich ging es.
Einen Gitarrenlehrer hat er nie gehabt, im Gegenteil. Im Alter von 14 Jahren begann er selber Gitarrenunterricht zu geben. Auf diese Weise konnte er weitere Instrumente finanzieren und so war er bald stolzer Besitzer einer Western-Gitarre. Mit 15 kaufte er sich seine erste Elektro-Gitarre, einen japanischen Nachbau der Fender Stratocaster. Der dazu notwendige Verstärker kostete 2000 Mark und konnte nur getrennt nach Verstärker und Lautsprecher beschafft werden. Hier kam auch seine Großmutter ins Spiel die, trotz bescheidener Rente, 300 Mark zum Kaufpreis beitrug. Dieser alte Transistorverstärker hat auch lange Jahre bei SOATEBA gute Dienste geleistet, erst für Ulf's Gitarre, später für Gunnars Baß. Er ist auch heute nach 23 Jahren noch spielbereit und voll funktionsfähig.
Von 1979 bis 1981 sammelte Ulf erste Band-Erfahrungen als Rythmus-Gitarrist in der Quickborner Schülerband "Arn Argon" aus der nach einigen Umformierungen "Müller" hervorging.
In der Schule besuchte er den Musikleistungskurs bis zum Abitur. Sein besonderes Interesse galt hier der Harmonielehre; sehr zu Leidwesen von Gunnar, der in dieser Zeit sein Schüler war. Das Wort "Quintenzirkel" mag Gunnar heute noch nicht hören.
Die Band "Müller" probte in Ellerau im Keller des Schlagzeugers Claudio Ahlers. Hier übernahm Ulf schnell eine führende Rolle. Die meisten Titel entstammten aus seiner Feder. Weil sich kein Sänger fand, übernahm er auch diesen Part. Freilich, ein richtiger Sänger und Frontman ist er nie gewesen.
In der Schule begann er sich mit dem Klavier zu beschäftigen. Während der Pause öffnete er die verschlossene Tür des Musikraums mit seinem Pfeifenreiniger, um spielen zu können. Und eines Tages saß da schon jemand! Es war eine junge Referendarin mit langen schwarzen Haaren. Ihr Name war Imme.
1984 wollte Ulf's Mutter ihn mit zu einem Chorkonzert in der Aula der Realschule Quickborn nehmen. Der Chor hieß SOATEBA. Ulf hatte eigentlich keine Lust, außerdem hatte er sich mit seiner Freundin Frauke verabredet. "Die spielen auch was von Queen!", sagte seine Mutter. Das war für einen Queen-Fan natürlich schon interessanter und so kam Ulf doch mit.
An der Kasse traf er auf Rolf Manzei, einen Schulkollegen, der bei SOATEBA als Tontechniker arbeitete und am Klavier saß eine junge Frau mit langen schwarzen Haaren... Es war ein nettes Konzert, nur von Queen wurde an diesem Abend leider nichts gespielt.
Nach dem Konzert trafen sich die SOATEBA's und einige Leute aus dem Publikum beim Yugoslawen gegenüber der Schule. Jeder Sänger der nach Hause ging, wurde von Imme mit den Worten: "Mittwoch!", verabschiedet. So geschah es auch Ulf.
"Wie Mitwoch?", fragte der. "Mittwoch kommst Du zur Probe!", war die Antwort. Sein Einwand, daß er nicht singen könne wurde mit den Worten: "Wer Klavier spielen kann, der kann auch singen!", abgetan. Also tauchte er am folgenden Mittwoch im Probenraum auf und begann bei SOATEBA als Sänger.
1985 bestand er seine Chorprobe und durfte Mitglied werden. Am 30. November, zum 10-jährigen Jubiläum des Chores stand er das erste Mal in Kaltenkirchen auf der Bühne.
1987 verließ Horst Löppman die Band und SOATEBA brauchte einen neuen Gitarristen. Ulf bot seine Dienste an und Imme meinte, man könne es ja mal versuchen. Anscheinend war sie der Meinung, Singen sei leichter als Gitarre zu spielen. Aber es hat geklappt. Horst studierte Musik mit Schwerpunkt klassische Gitarre. Manchmal klingt eine E-Gitarre merkwürdig, wenn man sie so spielt. Da paßte der Rock-Gitarrist Ulf doch besser in das SOATEBA-Konzept.
Heute ist Ulf der dienstälteste Musiker bei SOATEBA. Er spielt nicht nur die Gitarren, sondern ist auch auf dem Baß zuhause. Bei kleinen Auftritten übernimmt er häufig die Funktion des Bassisten, wenn keine Gitarre benötigt wird.
Da Imme nicht vergessen hatte, daß er auch ein wenig mit dem Klavier umgehen konnte, mußte er sie 1986 bei ihrem Solo-Titel "Get Closer" am Piano begleiten. Da hat er ganz schön geschwitzt. Ähnliches ist ihm auch 1997 passiert, als er in Vertretung von Achim bei mehreren kleineren Auftritten den Chor leiten mußte und dabei auch "Mama's Arms", natürlich nur mit Piano, gespielt wurde.
Als gelernter Radio- und Fernsehtechniker hat der Diplom-Ingenieur natürlich auch einen guten Blick für unsere Technik. Nebenbei singt er auch noch ab und zu. Bekannt geworden ist er als Solist mit dem Liederzyklus "Aus meinem Privatleben" mit den Titeln "Luisenstraße 13" und "Hildegard".
1997 wurde er nach langer Zeit wieder als Komponist tätig. Der Titel "Back To Music" wurde auf dem Jahreskonzert aufgeführt und ist immer noch in unregelmäßigen Abständen Bestandteil des Programms.
Neben seiner musikalischen Tätigkeit sammelt er die Ton- und Bilddokumente von SOATEBA.
Im Jahre 2000 begann Ulf damit, mit einfachen Mitteln eine Homepage für SOATEBA zu erstellen. Da er zu Anfang noch keine Ahnung von HTML hatte, wuchs die SOATEBA-Homepage im gleichen Maße, wie sich seine Kenntnisse erweiterten.
Angefangen mit dem Netscape Composer stellte er sehr schnell fest, daß sich Framesets damit nur schwer realisieren lassen. Folglich wechselte er kurze Zeit später zu Frontpage, um bald darauf zu bemerken, daß der erzeugte HTML-Code eine Katastrophe war und für Probleme mit verschiedenen Browsern sorgte. Also wurde zum Namo-Webeditor gewechselt.
Seit dem 2. Mai 2001 ist die Homepage offiziell in Betrieb und Ulf fungiert seitdem als Webmaster.
Aus ein paar kleinen Infoseiten ist jetzt eine umfangreiche Website geworden, die SOATEBA aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet und ständig erweitert wird. Den HTML-Code schreibt unser "Onkel" jetzt lieber "mit der Hand". Da weiß man, was man hat!
Für die Musiker, speziell die Gitarristen, unter unseren Besuchern, sind sicherlich Ulf's Gitarren und die Technik von Interesse. Hier also erst mal ein kleiner Blick auf einige seiner Instrumente:
Auch wenn man Ulf in der Regel nur mit einer Gitarre sieht, das Bild beweist das Gegenteil. Allein neun verschiedene Elektrogitarren stehen ihm zur Verfügung. Ihn deswegen als Sammler zu bezeichnen, wäre etwas hoch gegriffen, aber eine "kleine" Sammlung ist das wohl schon. Nach einer Neuerwerbung im Frühjahr 2005 wurde bei ihm von diversen Musikerkollegen ein besonders schwerer Fall von G.A.S. (Gear Aquisition Syndrom) diagnostiziert. Ob er davon geheilt werden kann, ist fraglich.
So verschieden die einzelnen Instrumente auch sind, so haben sie, bis auf drei Ausnahmen, zwei Gemeinsamkeiten: Sie stammen aus japanischer Produktion und sie sind über 20 Jahre alt!
Ulf hat beim Thema Gitarren nie blind einer Marke vertraut. Klang, Verarbeitung und Preis waren für ihn die entscheidenden Kriterien. Bedenkt man, daß er die Hälfte seiner Instrumente als Schüler oder Student erwarb, wird klar, daß der Preis damals eine große Rolle spielte.
Kaum eine Gitarre ist heute noch im Originalzustand. Ulf hat verschiedene elektronische Verbesserungen eingebaut, die den Instrumenten eine größere klangliche Vielfalt verleihen. In einer Zeit in der "vintage" für viele Gitarristen ein Schlagwort ist, schwimmt Ulf damit eindeutig gegen den Strom! Er weiß, daß dieser Begriff nur eine leere Worthülse aus den Marketingabteilungen ist, für den unbedarfte Musiker allzugern viel Geld auszugeben bereit sind. Ulf hat für sich schon sehr früh beschlossen, daß er nicht zu dieser Gattung Musiker zählen will und so hat er klangliche Vielfalt ohne das berühmte Loch in der Tasche erreicht. Wo andere Gitarristen mehrere Instrumente auf der Bühne einsetzen, kommt er in der Regel mit einer Gitarre aus!
Jedes seiner Instrumente hat seine eigene Geschichte bei SOATEBA und in der Zeit davor. Also...
Wer Ulf Ende der 80er Jahre mit SOATEBA auf der Bühne gesehen hat, der kennt sie: Die weinrote ES-700 der japanischen Firma Aria. Ulf hatte dieses Instrument 1981 für 1299 DM erworben. Viel Geld für einen Schüler! Sie war seine erste "richtige" E-Gitarre, mit der er auch heute noch sehr zufrieden ist.
Interessanterweise wollte er eigentlich ein Ibanez Artist haben, aber leider war die schon verkauft worden. Merkwürdig, daß er dann diese Gitarre genommen hat, denn die beiden Instrumente sind absolut nicht vergleichbar.
Die ES-700 ist eine Kopie der Gibson ES-335. Es handelt sich um eine sogenannte Semi-Solid-Body-Guitar. Ihre Vorläufer, die halbakustischen Elektrogitarren, hatte noch einen Resonanzkorpus. Sie waren innen also wirklich hohl. Da es bei größeren Lautstärken aber immer zu Rückkopplungsproblemen kam, wurde bei der ES-335 in der Mitte ein massiver Holzblock eingebaut (semi solid). Dadurch wurden die Rückkopplungen verringert, das Sustain (die Abklingdauer des Tones) verbesserte sich und das Instrument behielt trotzdem den percussiven Grundklang.
Der Korpus der ES-700 ist inklusive Sustainblock, vollständig aus Ahorn gefertigt. Der 22-bündige Hals besteht aus Mahagoni und ist mit einem Griffbrett aus Palisander versehen.
Die ES-335 und ihre Verwandten werden auch heute noch viel im Bereich Jazz eingesetzt. Entsprechend ist ihr Klang eher als weich zu bezeichnen. Aber auch für Blues und Rock'n Roll fand diese Gitarre Anwendung.
Die elektronische Schaltung entspricht der der meisten Gibson Gitarren: Zwei Humbucker-Tonabnehmer mit je einem Lautstärke- und Klangeinsteller. Mit Hilfe eines Schalters konnten die Tonabnehmer einzelnd oder zusammen gespielt werden. Hier hat sich Aria bei der Verdrahtung besondere Mühe gegeben. Alle Potentiometer und die Buchse für den Stecker sind in Blech gekapselt und mit der Abschirmung verbunden, um Störungen abzuschirmen. Dieses Verfahren wird von Aria "Dust-proof shielded case" genannt.
Ulf hat natürlich sehr schnell seinen Lötkolben in die Hand genommen und ein paar zusätzliche Schalter eingebaut. Danach konnten die Tonabnehmer von Humbucker auf Single-Coil umgeschaltet werden. Auch ein Out-Of-Phase Schalter kam auf diese Weise in die Gitarre. Die chromfarbenen Blechkappen der Tonabnehmer hat Ulf schon frühzeitig entfernt. Für "Höhenschlucker" hat unser Gitarrist eben nichts übrig! Damit war das Instrument auch gut für modernere Klänge zu gebrauchen und gab Ulf die klangliche Flexibilität, die bei der Musik von SOATEBA erforderlich ist.
In Ulf's Band "Müller" war die ES-700 sein Arbeitstier. Klar, daß sie dann auch bei SOATEBA diese Position einnahm. Dieser Zustand änderte sich erst 1985, als der Titel "Nothing's Gonna Stop Us Now" in das Programm aufgenommen wurde. Dort gab es einen so hohen Ton, der leider nicht mehr mit der ES-700 zu erzeugen war. Es fehlte genau ein halber Ton. Das war die Chance für die schwarze Cardinal. Da Ulf aber keine Lust hatte, immer zwei Gitarren mit sich herumzuschleppen, blieb die ES-700 bald Zuhause und kam nur noch ab und zu zum Einsatz. 2001 wählte Ulf die 335er für den Titel "As". Für diese jazzige SOATEBA-Interpretation war sie genau richtig. Ihr kürzester Einsatz war das Jahreskonzert 2003: Nach dem Intro riß mitten im ersten Titel die hohe E-Saite. Da mußte die Cardinal wieder ran...
2004 mußte die ES-700 einen erneuten Umbau über sich ergehen lassen: Statt der beiden Coil-Split-Schalter für die Humbucker wurden jetzt Tri-Sound-Switches wie bei der Musician eingebaut. Je ein Lautstärke- und Klangeinsteller wurde durch einen Drehschalter ersetzt. Damit wurde eine variable Resonanzfrequenz und eine Baßabschwächung möglich. Die gesamte Elektronik wurde mit abgeschirmten Kabeln neu verdrahtet. Aufgrund der Drehschalter mußten auch neue chromfarbene Metallknöpfe her, die dem Instrument ein etwas ungewöhnliches Outfit verleihen.
Durch diesen Umbau wurde die Gitarre klanglich noch vielseitiger. Alleine 24 verschiedene Kombinationen der Tonabnehmer stehen zur Verfügung. Zusammen mit den beiden Drehschaltern ergeben sich insgesamt 720 verschiedene Möglichkeiten! Natürlich benutzt Ulf die nicht alle. Er hat eine bestimmte Anzahl von Favoriten, die er ständig verwendet. Geht es jedoch um einen speziellen oder vieleicht sogar ungewöhnlichen Sound, ist die ES-700 mit ihrer neuen Schaltung ein verlässlicher Partner.
Die Gitarre wurde zwischen 1977 und 1980 in Japan gebaut. Leider ist keine Seriennummer zu finden, sodaß eine genauere Datierung nicht möglich ist. Entgegen den Bildern, die im Internet zu finden sind, ist sie statt mit einem Trapez-Tailpiece mit einem Stop Tailpiece ausgerüstet. Neuere Versionen dieses Instrumentes wurden von Aria aus Kostengründen dann in Korea gefertigt, was mit einem gewissen Qualitätsverlust verbunden war. Trotz ihres schon recht hohen Alters von nun mehr fast 25 Jahren, kann Ulf's 335er durch die neue Schaltung klanglich locker mit den aktuellen E-Gitarren mithalten!
Ulf hängt sehr an seiner 335er. Sie ist irgendwie lebendiger. Für Rocknummern mit verzerrten Sounds macht das Instrument einfach Spaß. Man kann mit ihr fast nach Belieben Rückkopplungen erzeugen, eine Eigenschaft, die sie Ulf's anderen Gitarren voraus hat. Leider ist Ihr 2004 neben der Cardinal ein weiterer Konkurent erwachsen: Die Ibanez Musician. Schade, daß Ulf nur zwei Arme hat...
Bei harmony-central.com findet sich ein Review der ES-700 aus dem Jahre 2004. (Overall Rating 9).
Die schwarze Aria Cardinal ist das Instrument, das Ulf von 1985 bis 2004 bei SOATEBA wohl am meisten eingesetzt hat. Sie leitet sich grundsätzlich von der Gibson Les Paul ab und verfügt also über zwei Humbucker-Pickups mit jeweils einem Einsteller für Lautstärke und Klang. Mit Hilfe eines Schalters können die Tonabnehmer einzeln oder zusammen gespielt werden.
Wie bei den japanischen Gitarrenbauern üblich, sind jedoch auch ein paar Verbesserungen eingebaut worden:
Insgesamt vereinigt diese Gitarre die Vorzüge der Les Paul und der Strat. Der Sound der Tonabnehmer wurde von der Paula übernommen, der Korpus kommt von der Strat. Zusammen mit der erweiterten Elektronik ist dieses Instrument auch in der Lage, etwas modernere Sounds zu erzeugen. Neben den klassischen Les-Paul-Sounds bietet der Single-Coil-Betrieb wesentlich mehr Höhen. Der Sound setzt sich dadurch mehr durch und ist brillianter.
Die Cardinal mit der Sereinnummer 2121889 ist im Dezember 1982 als Sondermodell gebaut worden und hat damals rund 2000 DM gekostet. Ulf konnte dieses Instrument 1984 für nur 400 Mark erwerben. Da hat er natürlich zugeschlagen! Lange Zeit war sie das einzige Instrument in seinem Bestand, daß noch die originale Schaltung hatte, was irgendwie für die Gitarre spricht.
Erst 2004 wurde eine kleine und unsichtbare Modifikation an der Klangeinstellung vorgenommen. Nach einer "Investition" von 20 Cent für zwei Kondensatoren war das Thema "ganz dumpf" erledigt. Die Wirkung der Klangeinsteller wurde dadurch sehr verbessert. Optisch wurden die Poti-Knöpfe durch vier goldene Dome-Speeds aus Metall ersetzt. Damit ist "Claudia" Cardinal jetzt ein wenig mehr Gold als Black.
Bei harmony-central.com finden sich verschiedene Reviews für die Cardinal-Serie (Overall Rating 9,5).
Im Zuge seiner Recherchen im Internet stieß Ulf auch auf eine Seite über alte Aria Gitarren, auf der seine Cardinal beschrieben wurde. Zur Sonderserie "Black and Gold" gehört auch ein Instrument aus der Modellserie "Prototype", die als direkter Nachbau der Gibson Les Paul bezeichnet werden muß. Ulf hat sie nicht weiter beachtet, da es unwahrscheinlich war, daß er ein solches Instrument je "live" zu Gesicht bekommen würde.
Im April 2005 geschah jedoch das Unerwartete: Bei Ebay stand ein schwarzer Aria-Nachbau der Les Paul zum Verkauf. Schon nach kurzer Zeit war Ulf klar, was er da vor sich hatte. Ganz offensichtlich wußte er Verkäufer nicht um dieses besondere Instrument, denn dann hätte er bestimmt darauf hingewiesen und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Für nur 172 Euro erwarb Ulf das Sondermodell inklusive Koffer und Ständer! Ein absolutes Schnäppchen, um das er sofort von vielen anderen Gitarristen beneidet wurde. Ulf war begeistert und taufte die PE-60BG in Anlehnung an das große Vorbild auf den Namen "Pauline".
Wie es sich für eine ordentliche Paula gehört, besteht der Korpus aus Mahagoni mit einer aufgesetzten Decke aus Ahorn. Der eingeleimte Hals ist ebenfalls aus Mahagoni gefertigt und wird durch ein Griffbrett aus Palisander mit 22 Bünden ergänzt. Nur so schafft man die Grundlage für den typischen Les Paul Sound!
Das Griffbrett ist mit trapezförmigen Perlmuteinlagen verziert, die dem Instrument einen edlen Eindruck verleihen. Korpus und Griffbrett sind zusätzlich mit einem weißen Binding versehen, das im Laufe der Zeit einen leicht gelblichen Farbton angenommen hat.
Die "Smooth Crash Humbucker" sind mit den "Protomatic-V" der Cardinal vergleichbar. Sie entsprechen somit den Tonabnehmern, die Gibson Ende der 50er Jahre auf der Les Paul eingesetzt hat. Ein weiterer Garant für den originalen Les Paul Sound.
Natürlich wurden auch bei diesem Instrument vom japanischen Gitarrenbauer Matsumoku ein paar zusätzliche Schalter eingebaut, die den Klang der Gitarre erweitern: Jeder Tonabnehmer kann von einer Reihenschaltung auf Parallelschaltung umgeschaltet werden. Es ergibt sich dann ein hellerer Klang, den eine normale Les Paul nie liefern kann.
Der Zustand der Gitarre ist dem Alter entsprechend als sehr gut zu bezeichnen. Der Hals ist gerade und die Bünde sind nicht abgespielt. Hier können also noch ein paar SOATEBA-Konzerte kommen. Lediglich der Korpus hat ein paar unwesentliche Dellen im Lack, die bei einem solchen Instrument aber ruhigen Gewissens als "Kriegsverletzung" bezeichnet werden können.
"Pauline" trägt die Seriennummer 3095066 und wurde im September 1983 gebaut. Für ihr Alter hat sie sich wacker gehalten und es sieht so aus, als ob sie auch die nächsten 22 Jahre gut überstehen wird. Preislich dürfte sie sich ursprünglich ebenfalls im Bereich von 2000 DM bewegt haben. Der heutige Wert läßt sich schwer einschätzen. Der Preis, den diese Instrumente zur Zeit erzielen, ist bedingt durch die geringe Nachfrage, dem tatsächlichen Wert jedoch keinesfalls angemessen. In anderen Ländern wird für diese alten Aria-Modelle wesentlich mehr bezahlt. Hätte auf dem Kopf "Gibson" gestanden, so wäre Ulf's bescheidenes Budget keinesfalls ausreichend gewesen!
Natürlich hat Ulf schon einen Plan, was an Pauline noch zu verändern ist: So werden die Knöpfe der Einsteller ebenfalls durch goldenen Metallversionen ersetzt. Zusätzlich werden noch einige Schalter und Kondensatoren eingebaut, die zusätzliche Klänge ermöglichen. Dann wird aus "Pauline" eine echte "Onkel-Gitarre", die allen Anforderungen bei SOATEBA gewachsen sein wird ohne, daß sich Wesentliches an ihrem Äußeren ändert.
Auch für die PE-60 finden sich bei harmony-central.com einige Reviews (Overall Rating 10).
Das, was unter Musikern häufig als G.A.S. bezeichnet wird hatte Ulf auch am 5. September 2005 ereilt. Eine Jazz-Gitarre stand schon lange auf seiner Wunschliste und da die überwiegende Mehrheit seiner Instrumnete vom japanischen Hersteller Aria stammten, war es nicht weiter verwunderlich, daß er sich wieder hier umsah.
Bevor man jedoch eine gebrauchte Gitarre online kauft, sollte man sich so gut wie möglich informieren, da im Zuge des "Vintage-Wahns" viele Leute heutzutage versuchen, irgend ein Instrument möglichst teuer zu verkaufen.
Nach ein paar Wochen intensiver Marktbeobachtung schlug Ulf dann wieder zu. Er hatte sich eine FA-70 auserkoren. Dieser Typ einer vollakustischen Elektrogitarre wurde bis vor kurzem noch von Aria in Korea gefertigt. Sie basiert auf der alten PE-175, die Mitte der 80er Jahre im Matsumoku-Werk in Japan produziert und auch als "Herb Ellis-Modell" bekannt wurde. Die neueren Modelle wurden gebraucht mit rund 500 Euro gehandelt und sollten recht hochwertig sein. Neue Instrumente waren nicht unter 700 Euro zu haben. Für nur 282 Euro konnte unser Gitarrist dann ein solches Instrument erwerben. Der Verkäufer konnte zur Herkunft des Instrumentes leider wenig mitteilen. Er hatte die Gitarre aus erster Hand Anfang 2005 von einem Musikladen in Hannover erworben, der sie mehrere Jahre zum Verkauf in Kommission ausgestellt hatten. Da er noch ein vergleichbares Instrument von Ibanez besaß, brauchte er die Gitarre nicht mehr.
Da die Gitarre ohne Koffer verkauft wurde, beschloß Ulf, das Instrument persönlich aus Hannover abzuholen, um die Risiken eines Versandes zu umgehen. Die nächste Dienstreise nach Holland führte dann eben nicht über Bremen, sondern über Hannover. Aufgrund der Verkehrssituation ist diese Reise Ulf und seinem Kollegen in dauerhafter Erinnerung geblieben. Statt wie geplant um 20:30 traf man erst gegen Mitternacht im Hotel in Nijmegen ein.
Eine genaue Identifizierung des Instrumentes gestaltete sich indes schwierig, da keinerlei Bezeichnung zu finden war. Erst ein Katalog aus dem Jahre 1992 brachte den entscheidenden Hinweis: Es handelte sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine FA-70VS, deren Preis 1995 mit 850$ angegeben wurde. Die Kopfform gab hier den entscheidenden Hinweis. Das Baujahr dieser FA-70 dürfte also zwischen 1992 und 1999 liegen. Danach wurde die Kopfform geändert.
Wie Ulf schnell feststellen könnte, bestand die Halskonstruktion aus 3 Teilen. Der Kopf war "angeschäftet" und auch der Halsfuß war mit dem eigentlichen Hals verleimt worden. Diese Art der Konstruktion spart bei der Produktion Kosten, gilt unter Fachleuten allerdings als nicht so hochwertig, wie eine einteilige Ausführung. Diese Art von Konstruktion war für die frühen koreanischen Produktionen jedoch typisch, da man hier stark auf die Kosten achtete. In so fern liegt die Vermutung nahe, daß es sich um eine frühe FA-70 handelt.
Die FA-70 besteht aus einer gewölbten Decke, die aus Fichtenholz oder Ahorn gefertigt wurde. Der Boden und die Zargen bestehen ebenfalls aus Ahorn. Sie verfügt über ein Ahornhals mit einem Griffbrett aus Rosenholz, in das 22 Bünde eingelassen wurden. Die Mensur beträgt 64,8cm. Der höhenverstellbare Steg besteht aus Ebenholz und wird nur durch den Druck der Saiten auf die Decke gepressed. Wer hier alle Saiten auf einmal wechselt, darf hinterher garantiert die Oktavreinheit einstellen.
Auch wenn sich die Qualität der FA-70 nicht mit Ulfs anderen Instrumenten messen kann, zählt am Ende nur eines: Der Klang! Die Gitarre liefert genau daß, was man vom großen Vorbild, der ES-175 von Gibson gewohnt ist: Weiche Klänge für Jazz-Titel sind ebenso möglich, wie schrille Rock'n'Roll-Sounds! Damit stellte sie eine ideale Ergänzung zu Ulfs anderen Instrumenten dar. Titel wie "In the mood" wird er ab jetzt mit Sicherheit mit der FA-70 spielen. Lediglich mit verzerrten Einstellungen sollte man vorsichtig sein. Aufgrund der Konstruktion neigen diese Gitarren sehr leicht zu unkontrollierbaren Rückkoplungen, die gegebenenfalls zur Zerstörung des Instrumentes führen können. Metal-Liebhaber werden mit diesem Instrument also nicht glücklich werden.
Die Gitarre verfügt über eine gute Bespielbarkeit und bremste unseren Gitarristen nicht, der sie daraufhin "Jazebel" taufte. Der Name ist eben Programm!
1981 stand Ulf häufig in der Schanzenstraße in Hamburg vor dem Schaufenster eines Musikgeschäftes. Von drinnen lächelte ihm eine freundliche "Schwarze" zu. Sie hörte auf den Namen Ibanez Artist und sah einfach toll aus. Nachdem Ulf das Instrument getestet hatte, stand sein Wunsch fest: Die muß es sein! Das einzige was ihn störte, war das kleine Schild, auf dem der Preis stand: 1680 DM! Das war leider mehr, als sich in seiner Tasche befand. Als er das Geld endlich zusammen hatte, war die Artist natürlich schon verkauft worden. Was blieb, war der Wunsch nach einer solchen Gitarre.
Ibanez hatte Anfang der 80er Jahre den Schritt vom bloßen Kopieren der amerikanischen Instrumente hin zu eigenständigen Modellen unternommen. Die Gitarren aus dieser Zeit waren nicht nur billiger, sondern auch vergleichbar oder sogar besser, was Verarbeitung und Klang betraf. Die bedeutensten Modelle aus dieser Zeit waren die schon erwähnte Artist und die Musician. War die Artist in ihrer ganzen konservativen Konzeption an die Les Paul angelehnt, so war die Musician die modernere Variante, die auch klanglich neue Wege ging. Beiden gemeinsam war die hervorragende Verarbeitung. Aufgrund der aufwändigen Produktion wurden diese Instrummente Ende der 80er Jahre aus dem Programm genommen. Sie waren in der Herstellung einfach zu teuer!
Heute haben die Gitarren aus dieser "goldenen Zeit" einen legendären Ruf. Das hat dazu geführt, daß Ibanez von Zeit zu Zeit immer wieder eine Neuauflage der Artist im Programm hat. Angeblich erreichen diese Modelle ihre Vorbilder jedoch nicht. Wer also das Original möchte, muß suchen! Bei Ebay kann man manchmal eine Artist oder Musician ersteigern. Die Artist ist jedoch selten unter 650 Euro zu haben. Gut erhaltene Exemplare gehen locker für 1000 Euro über den Tisch! Diese Instrumente haben also nach fast 25 Jahren so gut wie keinen Wertverlust! Häufig muß man jedoch deutlich höhere Preise bezahlen. Die Gitarre als Wertanlage. Die Musician wird, vieleicht aufgrund ihres moderneren Designs, häufig unterschätzt. Das mag auch der Grund dafür sein, daß diese Gitarren etwas billiger zu haben sind.
Im Herbst 2004 träumte Ulf mal wieder bei Ebay seinen Ibanez-Traum. Da er eine ganze Menge Überstunden hatte, war etwas Geld im Budget. Leider reichte es für eine Artist immer noch nicht und vom Prinzip her war er mit der Cardinal ja auch sehr gut bedient. Was er wollte, war ein Schnäppchen und keine pure Befriedigung einer Sammelleidenschaft. Da fiel sein Blick auf die Musician... Kurz und gut, für 426 Euro erwarb er eine MC300S.
Gleich nach seinem Urlaub wurde das Paket mit kribbeligen Händen ausgepackt. Im Koffer fand sich noch der originale Kaufbeleg aus dem Jahr 1981. 1188 DM hatte der Erstbesitzer damals ausgegeben. Laut Seriennummer # F806091 wurde das Instrument im Juni 1980 in Japan gebaut. Bis auf die üblichen kleinen Kratzer und Dellen im Lack war die Gitarre in einem guten Zustand. Der Hals war kerzengerade und die Bünde waren nicht abgespielt.
Recherchen im Internet haben ergeben, daß es sich wohl um ein eher seltenes Modell handelt. Ihr tatsächlicher Wert läßt sich nur schwer einschätzen. Der gezahlte Preis liegt jedoch im Rahmen dessen was zur Zeit für die MC300 gezahlt wird.
Nun zu den Details:
Jeder Tonabnehmer verfügt über einen sogenannten "Tri-Sound-Switch". Damit kann der Humbucker von Reihenschaltung über Single-Coil auf Parallelschaltung umgeschaltet werden. Eine Variante mehr als bei der Cardinal.Insgesamt ist die Musician eine Allround-Gitarre, die sogar die Cardinal in ihren Variationsmöglichkeiten übertrifft. Vergleicht man das Instrument mit den amerikanischen Produkten seiner Zeit, so ist sie ihnen weit überlegen. Der erdige Grundklang ist jedoch deutlich bei der Les Paul angesiedelt. Unter Kennern wird die Musician daher häufig auch als "Les Paul Killer" bezeichnet. Benutzt man jedoch die Tri-Sound-Switches, so sind noch eine ganze Reihe neuer Klänge möglich, die bis zu akustischen Sounds gehen. Die klangliche Vielfalt ist umwerfend.
Verglichen mit der Cardinal ist die Musician eine konsequente Weiterentwicklung, auch wenn sie älter ist, und zeigt deutlich, daß die Ingenieure bei Ibanez sorgfältig Sinnloses von Sinnvollem getrennt haben. Ulf ist jedenfalls begeistert von seinem "Schnäppchen" und die Cardinal wird es jetzt wohl etwas schwerer haben! Das einzige was noch fehlt, ist ein Phasenumkehrschalter, für seine Out-of-Phase Sounds. Aber, das wird wohl nicht lange dauern. Der Lötkolben ist schon warm...
Harmony-central.com liefert für die MC-300DS ein Review (Overall Rating 10). Allerdings entspricht die DS nicht ganz der MC-300S.
1983 fand Ulf bei Zinngrebe in Hamburg die Cimar-Strat. Sie hatte es ihm auf Anhieb angetan, da die Form des Halses für eine Stratocaster untypisch flach ist. Dadurch kann sie sehr leicht gespielt werden.
Cimar war damals eine der vielen "Billigmarke" des japanischen Herstellers Ibanez. Dementsprechend war die Qualität recht ordentlich. Abweichend vom Original hatten die Tonabnehmer einen gemeinsamen Balkenmagneten statt der üblichen 6 Stabmagnete. Die Vibratoeinheit fehlte ganz. Damit hielt sie die Stimmung auch wesentlich besser als ein Stratocaster mit dem fendertypischen "Jammerhaken". Als Verbesserung hatte Cimar das Instrument mit Stegreitern aus Messing ausgerüstet, was für ein verbessertes Sustain sorgte.
Da das Instrument zwei leichte Beschädigungen am Lack hatte, stand es für 495 Mark zum Verkauf. Ulf, der seine erste Oakland-Strat 1982 verkauft hatte, konnte der Versuchung nicht widerstehen und reihte das Instrument in seine Sammlung ein. Hier galt wohl: Einmal Strat, immer Strat!
Die originale Schaltung der Gitarre erfreute sich bei Ulf allerdings keines langen Lebens. Schon bei seiner ersten E-Gitarre hatte er die Schaltung komplett auf den Kopf gestellt. Einen derartig massiven Eingriff wollte er dieses Mal allerdings vermeiden, da damit auch Holzarbeiten verbunden waren. Also kam nur ein zusätzlicher Umschalter für das Steg-Pickup, und ein zuschaltbarer Vorverstärker in das Instrument.
Mit dieser Schaltung wurde die Cimar-Strat fast 20 Jahre gespielt. Unter der Buchse saß immer noch die erste Batterie. Bei SOATEBA hat Ulf dieses Instrument nur sehr selten eingesetzt. Einer der seltenen Anlässe war das Jubiläumskonzert 1995. Hier wurde der Titel "Let the Healing begin" von Joe Cocker gespielt. Ohne Strat ging es einfach nicht!
Ein wesentlicher Grund für die Nichtbenutzung bestand in den Tonabnehmern. Die einspuligen Systeme einer Strat fangen, neben den Saitenschwingungen, auch jeden anderen elektronischen Dreck auf, der gerade in der Nähe ist. Das ist ein besonderes Problem, wenn die Gitarre verzerrt gespielt wird. Dann wird aus diesen kleinen Störungen ein richtig hörbares Problem. In der Bürgerhalle Kaltenkirchen ist es nicht möglich ein solches Instrument so zu betreiben. Also fristete die arme Strat ihr Dasein als Reserveinstrument im Koffer.
Der "Reservistenzustand" der Strat änderte sich erst 2001. Da die Saiten und Beschläge der Cardinal nach einem Wassereinbruch im Probenraum erneuert werden mußten, griff Ulf im September auf einer Bandprobe wieder zur Strat.
Nach ein paar knackenden Geräuschen ging es. "Die Buchse muß nach 20 Jahren wohl doch mal erneuert werden!", dachte Ulf und nahm das Instrument mit nach Hause. Da ging jedoch garnichts mehr. Die Tonabnehmer waren durch den Wassereinbruch im Probenraum stark verrostet. Der Rost hatte sich von Innen auch an den Spulen zu schaffen gemacht. Irgendwo waren sie jetzt unterbrochen. Damit waren die Pickups hin!
Jetzt gab es für Ulf drei Möglichkeiten:
Ulf hat sich dann für die dritte Möglichkeit entschieden. Allerdings wollte er jetzt "Nägel mit Köpfen" machen. Schon oft hatte er darüber nachgedacht, wie die Störanfälligkeit des Instrumentes verbessert werden konnte. Eine Lösung bestand im Einsatz von doppelspuligen Tonabnehmern im Strat-Format. Da gab es aber ein paar Probleme: Erstens waren die ziemlich teuer und zweitens mußte man bauartbedingt einen Höhenverlust in Kauf nehmen. Zusätzlich wurden Schwingungnen, deren Wellenlänge ganzzahlige Vielfache des Abstandes der beiden Magnetpole waren, ganz ausgelöscht. Damit klang eine solche Strat eben nicht mehr wie eine echte Strat!
Die Lösung des Tonabnehmerproblems fand sich dann bei Fender. Die Techniker dort waren sehr trickreich vorgegangen und hatten den einfachsten Weg gewählt und mal eben schnell den "Stacked Humbucker", der ursprünglich 1971 von Gibson in der "Les Paul Recording" eingesetzt wurde, modifiziert.
Diese Erkenntnis läßt man sich natürlich bezahlen. 150 Mark wollte Fender pro Tonabnehmer haben. Nach einiger Suche fand sich aber ein Anbieter, der das ganze Set inklusive Potentiometer und Kondensatoren für nur 380 Mark lieferte. Jetzt konnte der Umbau beginnen. Es stellte sich nur die Frage, wie die Schaltung aussehen sollte.
Klassischerweise werden die Tonabnehmer einer Elektrogitarre parallel geschaltet. Dadurch halbiert sich die Induktivität und die Resonanzfrequenz der beiden Systeme erhöht sich um den Faktor 1,41 (Wurzel aus 2). Der Klang wird also ein wenig heller.
Brian May benutzt als einer der wenigen Gitarristen in seiner "Red Special" ein ganz anderes Konzept: Er schaltet die Pickups in Reihe. Dadurch verdoppelt sich die Ausgangsspannung und die Resonanzfrequenz sinkt um den Faktor 1,41. Klanglich entsteht hier das Verhalten eines Humbuckers; allerdings ohne die brummunterdrückende Eigenschaft. Der Klang ist etwas weicher mit weniger Höhen, aber dafür mehr Power für eine etwaige Verzerrung.
Ulf hat sich dann doch für die klassische Variante entschieden. Dafür gab es mehrere Gründe:
Statt des in der Stratocaster übliche 5-fach-Wahlschalters wurde für jeden Tonabnehmer ein zweipoliger Umschalter mit Mittelstellung "Aus" eingebaut. Da jeder Schalter also über 3 Positionen verfügt, ergeben sich insgesamt 27 mögliche Kombinationen. Einige dieser Kombinationen unterscheiden sich allerdings nur durch eine gesamte Phasendrehung des Signals von 180°. Es verbleiben somit "nur" 13 verschiedene Möglichkeiten plus der Deaktivierung aller Tonabnehmer:
Die drei Schalter wurden an der Position des alten Wahlschalters untergebracht, wie es 1977 schon Helmuth Lemme in seinem Buch "Gitarrenelektronik" beschrieben hat. Dadurch mußten keine Arbeiten am Korpus vorgenommen werden.
Durch diese Modifikation wurde 8 neue Sounds zu den Standard-Strat-Sounds hinzugefügt, die durchaus als Bereicherung aufzufassen sind. So klingt jedenfalls keine Serien-Strat! Besonders die gegenphasigen Sounds (Out-of-Phase) sind in Kombination mit einer Höhenabsenkung und einer Verzerrung sehr reizvoll und klingen ein bißchen nach Brian May. Eine dieser Kombination hat Ulf dann 2001 auch prompt für das Solo in "Bohemian Rhapsody" gewählt.